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Die Rolle als Partycrasher liegt uns

ZSC Lions – EV Zug 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)


Es war alles angerichtet am Sechseläuten: die Zürcher wollten im letzten Spiel im altehrwürdigen Hallenstadion den zehnten Meistertitel feiern. Doch sie haben die Rechnung ohne den EVZ gemacht: die Zuger haben ihre Party gecrasht und verkürzen in der Finalserie auf 1:3.


Mit einem 4:1-Auswärtssieg vereitelt der Titelverteidiger die Meisterfeier der ZSC Lions. Das Happy End wäre den Hockey-Göttern doch zu kitschig gewesen. Die ZSC Lions holen sich ihren zehnten Meistertitel nicht am Sechseläuten-Montag im Hallenstadion.


Die Ausgangslage bleibt natürlich vorteilhaft für die Zürcher: aus maximal drei Spielen brauchen sie noch einen Sieg. Noch nie wurde in einem Playoff-Final ein 0:3 Rückstand aufgeholt, doch die Zuger haben nun Lunte gerochen. Es ist Zeit Geschichte zu schreiben in der Schweizer Hockeyhistorie. Der erste Teil ist schon einmal gelungen!


Endlich gewannen die Kolinstädter einmal das Schlussdrittel. In den ersten drei Spielen hatte die Bilanz katastrophale 0:6 Tore zugunsten der Zürcher hervorgebracht. Acht Minuten vor dem Ende erhöhte Dario Simion, der in diesem Final bisher äusserst erfolglos gekämpft hatte, nach Zuspiel von Jan Kovar auf 3:1. Diesmal gelang den ZSC Lions kein wundersames Comeback mehr, ins leere Tor (Niklas Hansson) kassierten sie noch das 1:4.


Gerne wird jeweils die Wichtigkeit des ersten Treffers heraufbeschworen. In der Serie zwischen den beiden besten Teams der Saison gilt jedoch das pure Gegenteil. Wer immer 1:0 in Führung geht, verliert die Begegnung. Diesmal waren erstmals die ZSC Lions an der Reihe.

Es war der omnipräsente PostFinance-Topskorer Denis Malgin, der in der 5. Minute durch die normalerweise solide Zuger Abwehr kurvte und Goalie Leonardo Genoni zum 1:0 bezwang.


Der mit 11'200 Zuschauern einmal mehr ausverkaufte Tempel in Oerlikon tobte, jedoch nicht für lange. Acht Minuten später glich der in diesen Playoffs ebenfalls überzeugende Drittlinien-Stürmer Yannick Zehnder nach einem der weniger Abpraller von ZSC-Keeper Jakub Kovar aus.


Im Mitteldrittel verlor die Partie etwas an Intensität und Qualität. Im vierten Spiel innert einer Woche spüren die Akteure wohl langsam eine gewisse Müdigkeit, auch wenn beide Coaches bemüht sind, die Eiszeit auf möglichst viele Beine zu verteilen. Die 2:1-Führung der Zuger, wenn auch nicht unverdient, war denn auch eher ein Zufallsprodukt. Der schwedische Verteidiger Christian Djoos brachte die Scheibe nach einem energischen Vorstoss aufs Tor, wo sie von der Maske von Jakub Kovar via Ellbogen von ZSC-Captain Patrick Geering hinter die Linie flog.


Die ZSC Lions können also doch noch bezwungen werden. Seit dem 2:3-Rückstand im Viertelfinal gegen Biel hatte das Team von Coach Rikard Grönborg neun Partien in Serie gewonnen, fast immer mit einem Tor Vorsprung oder in der Verlängerung. Nun müssen sie erstmals wieder einen Rückschlag wegstecken.


Goalie Kovar konnte für einmal keine Wunder vollbringen, und offensiv reichte die Genialität von Malgin und Andrighetto nicht. Am Mittwoch erhalten die Zürcher die zweite Chance auf den zehnten Meistertitel, dann aber wieder auswärts. Gewinnen sie auch da nicht, kommt es am Freitag zum definitiv letzten National-League-Spiel im Hallenstadion.


Es ist angerichtet: wenn der EVZ weiterhin fokussiert bleibt, könnte die Zürcher Party noch dreimal gecrasht werden. Fortsetzung folgt am Mittwoch in der Bossard Arena.